Begegnung am Wasser. Stettin 8-11. September 2014

Die Idee, eine deutsch-polnische Partnerbörse für Segelfans zu veranstalten, entstand im April dieses Jahres während des Besuches von Szymon Kopiecki in Szczecin, der ein Mitarbeiter des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) und leidenschaftlicher Segler ist. Manchmal ist es notwendig von außen zu schauen, um das Wesentlichste wahrzunehmen. Das war eben so ein Fall.
 
Fot. Deutsch- polnische Manschaft vor der Reise mit DZ-Boots.

Ihr habt hier so viel Reichtum, Wasser, Wald und das unweit von Szczecin gelegene Meer. Darauf sollten sich deutsch-polnische Jugendprojekte stützen, sagte Szymon Kopiecki. Es gab also grünes Licht vom DPJW, doch als Praktiker war uns klar, dass eine Schulung auf dem Wasser in Verbindung mit einer Partnerbörse eine ziemlich schwierige und kostspielige Maßnahme ist. Der Samen ist jedoch gefallen. In der zweiten Septemberwoche (vom 8. bis zum 11. September) organisierten 2 DPJW-Zentralstellen (Westpommersche Zweigstelle des Polnischen Jugendherbergswerks und Verein der Polnischen Gemeinden der Euroregion Pomerania) die deutsch-polnische Partnerbörse für Veranstalter von Jugendaustauschprojekten, die sich für Projekte auf dem Wasser interessieren. Zur Teilnahme am Projekt meldeten sich 40 Personen aus Polen und Deutschland. Die Gäste aus Deutschland vertraten überwiegend bayerische Jugendorganisationen (aus München, Babenhausen und Oberschleißheim), die seit vielen Jahren mit unseren Schulen und Kulturhäusern zusammenarbeiten. Die Partner aus Bayern entdeckten die Schönheit unserer Region bereits vor vielen Jahren und kommen seit langem mit Jugendlichen zu Schulaustausch-, Ballettprojekten sowie Blasorchester-workshops. Diesmal war ihr Ansatz, verborgene Träume ihrer Schützlinge zu erfüllen und Grundlagen für deutsch-polnische Segelworkshops vorzubereiten, deren erste Etappe im Sommer 2015 am Dammschen See (Jezioro Dąbie) geplant ist. Von der polnischen Seite waren am meisten Pädagogen aus Westpommern (Kommunale Tourismusorganisation aus Sianów, Sonderschulkomplex Nr. 9 aus Szczecin, Schulkomplex ZS Nr. 5 aus Szczecin, Segelzentrum) vertreten, aber es kamen auch Gäste aus Włocławek und Niederschlesien.

 

 
 
Fot. Die Schulung unter Führung von Herrn Szymon Kopiecki aus der DPJW - Zentrallstelle in Potsdam.
 
Die Schulung wurde in Szczecin auf dem Gelände des Marina-Campings organisiert. Das Wohlwollen der Familie Kocewicz, Marinainhaber, Segler und Touristen erlaubte allen TeilnehmerInnen ihre Flügel zu entfalten. Frau und Herr Kocewicz, die auch die Nachbarmarina verwalten, waren bemüht, Erwartungen und Wünsche der Seminarteilnehmerinnen zu erfüllen. Auch bei ungünstigem Wetter, wo es schwierig war, die Segel zu setzten, wurde die Fahrt mit dem Segelboot "Hajduk" ermöglicht und die Fock gehisst.
 
Fot. S.Stoll und J.Hanf bearbeiten ein gemeinsames Antrag für 2015 .
 
Fot. Deutsch- polnisches Tour auf dem Dammschen See.
 
Fot. Mahlzeit .
 
Fot. Stettinbesichtigung.
 
Fot. Rücktour mit Hajduk.

 

Der hohe Standard von Unterkünften, die wunderschöne Gartenumgebung und Marina ergaben ein Paradies für Wassersportliebhaber. Das mit der Marina benachbarte Segelzentrum, welches sich mit der Ausbildung junger Segler befasst, unterstützte unser Vorhaben mit fachgerechter Beratung und DZ-Booten, Kanus und Motor-booten. Ein Teil der Schulung fand im nahe gelegenen Zentrum für touristische Information Szmaragdowe Zdroje statt. Seine unterirdischen Gänge werden zur Zeit von der größten Fledermauskolonie in unserer Region bewohnt. Während des 2. Weltkrieges fungierte die Anlage als ein Militärbunker, heute bietet sie den Jugendlichen die Chance, Biodiversität kennenzulernen, wahre Geschichte anzufassen, auch im Rahmen von gemeinsamen deutsch-polnischen Begegnungen. -Die Begegnung sei sehr gut vorbereitet, sagte Riccarda Schleginski von der Sondersule auf Rügen, die seit vielen Jahren mit dem Sonderschulkomplex Nr. 9 in Szczecin Zdroje zusammenarbeitet. „Hier passiert so viel, wir vermissen nichts, wir lernen einander in Aktion kennen und das ist entschieden spannender als Gesprächsführung in einem Seminarraum“. Die Partner aus Szczecin und Rügen nahmen sich fürs kommende Jahr 2 deutsch-polnische Projekte vor: gemeinsames Segeln und Begegnung mit Elementen maritimer Archäologie. Erziehungspädagogische Vorteile von deutsch-polnischen Begegnungen unterstrich auch Anke Friemel: „Unsere Schülerinnen überwinden ihre Einschränkungen, überschreiten die Grenzen der Angst, beginnen an sich selbst zu glauben und wenn sie ans Ufer zurück kommen, sind sie völlig andere Menschen. Den Beitrag dazu leistet die Zusammenarbeit mit unseren polnischen Partnern“.

Eine wahre Prüfung für die Seminarteilnehmerinnen war die Kanutour auf dem Dammschen See und Fluss Płonia. Deutsch-polnische Zweiercrews mussten sich nicht nur miteinander verständigen sondern auch an die weiße Laterne kommen (wie sich freiwillig der erfahrene Kanute aus Sianów, Włodzimierz Zimnowłocki, nannte), welche die Richtung und das Tempo der Kanutour angab. Włodzimierz Zimnowłocki vermittelte den Teilnehmerinnen auch die Grundlagen des Kanusports doch... einfach war es nicht. Auf dem Wasser gedrehte Kreisel, rechts statt links und von jemandem ausgesprochenes Wort "Tollpatsch" in Richtung eines auf dem Wasser verlorenen Paares brachte nicht nur Polen sondern auch Deutsche zum Lachen. Niemand wollte ein Tollpatsch sein, deswegen bemühten sich alle sehr darum, nicht hinten zu bleiben und mit den Besten mitzuhalten. Doch erst die Rückkehr zur Marina ließ die Teilnehmer am Paddeln Gefallen finden und den Kontakt zur Natur genießen.

 
Fot. Vor Kanutour.
 
Fot. Kanutour

Einer der interessantesten Begegnungspunkte war ebenso das gemeinsam geschaffene Partnernetzwerk. Die Teilnehmerinnen berichteten kurz über sich und markierten ihren Herkunftsort auf der bunten Karte von Polen und Deutschland (die gebührenfrei beim DPJW bestellt werden kann).Anschließend wurden Adress-und Kontaktangaben aufgeschrieben.-„Gut, dass wir mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Schulkomplex Nr. 5 in Szczecin die Einzelheiten des Segelprojekts besprechen können, welches wir im Sommer in den Alpen und auf dem Dammschen See durchführen möchten“, unterstrich Stefan Stoll, Leiter der Bildungsstätte in Oberschleißheim. Einen Partner aus der gleichen Schule fanden auch die Vertreter aus Babenhausen. Gemeinsames Segeln wird schon für nächstes Jahr geplant. Alles was gut ist, endet leider auch schnell. So ist es auch dieses Mal gewesen. An einer Wand im Marina-Camping bleibt jedoch unsere Landkarte mit deutsch-polnischen Partnerschaften hängen. Und es handelt sich dabei nicht um eine willkürliche Adressenmischung. Dahinter sind freundliche Menschen verborgen, die vor keinen neuen Herausforderungen scheuen. Besondere Anerkennungsworte gebühren Birgit Bramlage und David Eisert, die uns vorher nicht kannten, doch eine Menge Gutes über polnische Partner hörten und sich für die Teilnahme entschieden haben. Sie gründeten sogar in München einen Verein, um mit polnischen Partnern Jugendprojekte umzusetzen.


 


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